Dienstag, 8. September 2015

Handarbeit: Langsam - Sensibel - Präzise


Letzte Woche war ich wieder zur Tages-Fortbildung bei

Marius Schneider - Gestüt Moorhof (Bent Branderup/ Akademisches Reiten)

Diese Arbeit fasziniert mich sehr, da sie zu meinen Ideen gut passt:

Ich möchte mit der systemischen Aufstellungsarbeit mein Pferd verstehen, um dann gezielt mit ihm Arbeiten zu können.

Um seine Seele in Balance zu bekommen oder die Balance zu erhalten.

Daraus resultiert für mich ein gesundes, motiviertes Pferd :-)



Mit Aufstellungsarbeit kann gezielt gearbeitet werden:

- um Krankheiten zu verstehen - sinnvolle, passende Schritte zu finden.
- um hinter scheinbar unlösbare Konflikte schauen zu können.

Zusammenhänge, systemisch genannt Verstrickungen, zeigen sich mit früheren Besitzern, mit den Genen/Eltern des Pferdes, mit traumatisierenden Erlebnissen in der Vorgeschichte Deines Pferdes oder aber mit Dir und Deinen Themen.

Erkennen - Verstehen - Heilsätze - bessere Ordnung sind die Schritte der Heilung bei Aufstellungen.


Als Einblick in meine Arbeit und mein Buch, mein Video bei Youtube HIER:
Ich will Dich verstehen





Die Akademische Bodenarbeit umfasst für mich 3 wichtige Punkte:



Langsam


Erst durch langsames Arbeit, bekomme ich Zugang zu meinen Gefühlen und zu den Gefühlen meines Pferdes.

Oft sind wir im Alltag leider mit Turbogeschwindigkeit unterwegs. Haben einige Termine nacheinander. Wollen uns hoffentlich gesund ernähren. Sport, Meditation ist für manche ein Thema. Der Partner, die Kinder, der Job.. alles möchte Aufmerksamkeit und Zeit!!

Dabei sind wir schnell weit weg von UNSEREN Gefühlen.

Vielleicht spüren wir mal Unruhe in den Beinen. Manchmal eine Frustration mit Fragen: Wozu das Ganze? Was will ich denn wirklich? Wo ist der Sinn in meinem Leben? In der Praxis höre ich oft so Sätze: Ich falle leer und müde ins Bett, habe den Tag wieder abgehakt....

Das Herz geht leer aus!!

Wenn wir dann zum Pferd kommen ist es für viele möglich "runter zu fahren". Manche verstehen dann: Heute ist longieren dran oder einfach mal beim Pferd sitzen oder eine Massage oder spazieren gehen....
Jetzt noch Reit-Programm abzuspulen bringt eher Druck und weiteres "abhaken-müssen" ins Leben. Mancher ist aber auch im Stall in einer To-Do-Liste gefangen.




Nimm Dir Zeit langsam zu Arbeiten.

Fühle Deinen Körper, was macht Deine Körpersprache, wann, wo, wie?

Ist das Ohr Deines Pferdes bei Dir?

Wie ist seine Körpersprache, seine Mimik, seine Schweifhaltung?



Wie fühlst Du Dich vor der Arbeit?

Wie ist Dein Gefühl zu Deinem Pferd?

Wie empfindest Du Dein Pferd? Vorher? Währenddessen? Danach?


In den langsamen Bewegungen kommst Du immer mehr bei Dir an. Die Arbeit bekommt von alleine immer mehr Synchronizität. Dein Pferd kann Dir zuhören, Deine Sprache umsetzen. Wird sich bei Lob weiter entspannen, seinen Körper besser kennen lernen, damit automatisch mehr in Balance kommen. Dein Pferd wird regelmäßig abkauen.
Du wirst den passenden Rhythmus finden zwischen Arbeiten und Pause ...


Nach der Arbeit empfindet man Nähe und Freude.



Sensibel

Kleine Hilfen gut verständlich gegeben, von Deinem Pferd gut umzusetzen, ist sicher ein wichtiges Ziel Deiner Pferdearbeit.

Dein Pferd hat die Fähigkeit eine Fliege punktgenau zu fühlen. Da ist es sicher klar, dass winzige Hilfen, Ausatmen, minimale Gewichtsverlagerungen fühlbar sind.

Dein Pferd fühlt all Deine Gefühle.

Nachteilig wirkt sich natürlich aus:

Wenn Du Ängste hast, wirst Du Dein Becken mehr anspannen, Deine Schultern hochziehen. Schneller Atmen, unbeweglicher sein und schlechter mit der Bewegung mitschwingen können. Dein Hände werden fester sein, Du kannst die Nickbewegung Deines Pferdes schlechter rauslassen....

Auch ein Pferd hat wechselnde Gefühle.

Wechselnde Gefühle haben alle Wesen. Jedes Pferd hat in seiner natürlichen Umgebung, bei bester Haltung optimale Tage mit hoher Konzentrationsfähigkeit und Freude, sowie Tage, an denen es in der Herde sichtbar die Ohren anlegt, auch mal den Freund wegschubst, ruppiger im Umgang ist, gieriger nach den Grashalmen jagt, trauriger in einer Ecke steht, ängstlicher den Schweif einklemmt...

Nimm an, das Du ein fühlendes Wesen bist.

So sind auch wir fühlende Wesen. Derzeit waren wichtige Termine mit meiner Mutter. Da habe auch ich mal Husten bekommen, war kribbeliger und ungeduldiger.
Für manchen sind es wichtige Termine im Job, Streit mit dem Partner, Sehnsüchte nach Anerkennung, schlaflose Nächte durch kranke Kinder... warum wir als Mensch ängstlicher, trauriger, mutloser, aufgedrehter sind.

Lerne Deine Gefühle zu verwandeln.

Wer sich Raum nimmt, sich auf seinen Gefühle einzulassen, wird erleben, wie sie sich durch Annahme und Liebe verwandeln.
Atme zu Deinen Gefühlen.
Umarme Deine Gefühle.
Lerne über Deine Gefühle mit den Menschen Deines Vertrauens zu reden.
Wenn es tief gehendere Themen hinter den Gefühlen gibt, braucht es vielleicht etwas mehr.  Heil-Meditationen, Homöopathie, Bachblüten, Aufstellungsarbeit mit einem Coach oder Therapeuten.

Fühle, wo DU Dich verstanden und geborgen fühlst. Dort ist der schnellste Weg der Heilung.







Lass Dir helfen. Sei im Kontakt mit Menschen, denen Du vertraust.

Ich fühle mich bei Marius Schneider super gut aufgehoben. Ich werde als Mensch Ernst genommen. Ich bekomme KEINEN Druck. Wenn ich nach 1-3 Wochen wieder zum Unterricht komme, weiß er noch genau, woran wir gearbeitet haben. Ich kann über meine Aspekte mit meinem Hengst reden, kann die Arbeit perfekt zu Hause umsetzen.
Werde sicher auch einmal länger mit meinem Hengst dorthin fahren.

Derzeit genieße ich die unglaublich gut ausgebildeten Schulpferde.

Sensibel erlebe ich meine Schwächen, bekomme diese respektvoll reflektiert. Der nächste Schritt wird mir so gut erklärt, dass der nächste Entwicklungsschritt direkt möglich ist.

So wird aus gefühlter Schwäche:

Mein nächster Entwicklungsschritt, körperlich, seelisch - für mich und mein Pferd.



Präzise


Lerne Timing, richtige Körpersprache, genaue Hilfe zum richtigen Zeitpunkt.

Schule Deine Hilfengebung kontinuierlich. Schule Deinen Körper, dass er kleine Hilfen geben kann. Schule Deinen Geist, dass er sich darauf konzentrieren kann, kleine Hilfen zu geben, die wirklich präzise sind.


Hinter Bewegungsblockaden stehen seelische Blockaden.

Auch hier: Wenn Dein Körper manche Bewegungen und Übungen nicht umsetzen kann. Lass Dir helfen! Ob von einem Osteopathen, Krankengymnasten, einem Heilpraktiker oder was für Dich passt. Höre Deinem Körper und seiner Sprache zu. Wähle Heilung!


Üben, üben, üben :-)

Manchmal sagen mir Menschen: Ooooo, ich werde das mit den Aufstellungen nicht können. Bei Dir sieht das immer so leicht und präzise aus... Ja klar, ich habe ja auch in 22 Jahren (heute 2015) tausende von Aufstellungen gemacht...


Egal was DU für richtig hälst. Übe es, weil es Dir und Deinen Ideen entspricht. Und weil Du fühlst, es passt auch zu Deinem Pferd.


Dann wird es über die Dauer leicht und präzise.





Ich übe weil ich MICH gerne erlebe.

Ich verstehe mein Pferd immer besser, weil wir ein eingespieltes Team sind oder werden :-)

Ich atme und in der Ruhe bin ich im Hier und Jetzt.

In der Präzision bin ich bei Dir und Dein Ohr, Dein Herz bei mir.




Wir wachsen gemeinsam, erleben uns in der positivsten Form unserer Persönlichkeit in Liebe.







Marius Schneider - Gestüt Moorhof

Foto: Gabriele Metz







Ich wünsche ganz viel Freude bei der Arbeit mit Deinem Pferd.




herzlichst

Angelika











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